Auf dem Weg zur Herkunft

Einiges habe ich gelesen in letzter Zeit oder lese noch: von Herrndorf hervorragend Unvollendetes, gute Erzählungen der jungen Köhler, immer wieder mal die soghaft schönen Atlaskapitelchen bei Ransmayers ängstlichem Menschen und noch nicht zum Ende geschafft das eindringende Dasein um Katja Kettus Wildauge. Wildauge fesselt mich in diesem derben, unauszuweichend direkten Stil des Schreibens, doch da ich meist Abends lese und mich die düsteren Bilder in die Nacht hinein verfolgen, habe ich es in dieser frühdunklen Jahreszeit beiseite gelegt für irgendwann, und dann schaue ich mit gewappneterer Leseseele.
Und dann kam da in den Adventstagen der neue Botho Strauss daher – was für ein schönes, schlichtes, kluges, der eigenen Herkunft zugeneigtes Buch! Bisher war Strauss aus welchem Grunde auch immer an mir vorübergegangen; vor 2 Jahren etwa hatte ich in einem neueren Roman von ihm gelesen, doch ich konnte seinen Gedankengängen nicht folgen und schloss dieses Buch vorzeitig. Nun also Herkunft, und sein Geschriebenes drängt mich seit langem mal wieder zu rezensierenden Gedanken: dort.


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