Das Buch des Südens

Seit einiger Zeit liegt auf meinem Lesetischchen André Hellers Roman Das Buch des Südens – bisher hatte ich Heller (mehr in meiner Jugendzeit präsent als heute) überwiegend als interessanten Menschen, Liedermacher und Aktionskünstler vor Augen, sein literarisches Wirken zog an mir vorüber. Nach einigen ansprechenden Kritiken seines aktuellen Romans wollte ich ihn nun also auch als Schreiberling kennenlernen. Noch bin ich nicht am Ende angelangt, aber ich kann sagen: ich bereue es nicht, ich komme als Freund von Sprachmalereien und literarisch ästhetischer und Poesie zugeneigter Wortgestaltung – in diesem Falle noch mit einer Melange von österreichischem Humor und Charme angereichert – auf meine Kosten. Es macht Spaß der Lebensgeschichte von Julian Passauer zu folgen, in der einige originelle Gestalten auftauchen und luftig vor sich hin philosophierende Geschichtchen ihren Platz finden. Heller geht nicht allzu sehr in die Tiefe, was ich ab und an als Mangel empfinde, er klingt hin und wieder zu selbstverliebt in seiner Sprachfreudig- und fähigkeit, aber sein kulturelles Bewandertsein, das Pflegen von hoher Kunst eines „altmodischen“, nicht beiläufig, zu modern hingepfefferten Schreibens und die Kraft der Bildhaftigkeit entschädigen dafür. Ich werde das Buch gerne zu Ende lesen.


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