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1848. Es sind unruhige Zeiten in der Stadt. Dichte Regenwolken hetzen über Dächer. Eine Ziegenmenge strömt hin zum Markt. Sie drängen um die Stände, schauen sich hier um und da. Und dann: jetzt: gießt es in Strömen. Regenschirme werden aufgespannt, die Ziegen meckern, schieben sich unter einen weiten Torbogen. Ein Junge mit Mütze, die Hände in den Hosentaschen, stromert als es lichter wird. An einem Stand bleibt er stehen, mit einem Nicken deutet er auf’s Hirn, das nassgetropft dort liegt zwischen Gebein und Leber. Es wird eingepackt, der Junge nimmt die Tüte, spuckt aus und schlendert hinaus. Bis hinter die Stadt. Am Markt noch, in einem Hauseingang auf der Treppe, sitzt ein zerzauster Maler. Er mischt Farben. Doch im Kopf hat er den Jungen und das Hirn, so greift er zum Notizblock: Hirnstromern schreibt er und lacht: ein neues Wort ist ihm zugeflogen. Ein Wort, das die Ströme im Gehirn antreibt, die Phantasie beflügelt, das Freude bereitet, ein Wort, mit dem er ab und an im Geiste und mit der Feder auf Papier spielen wird. Vielleicht wird er es auch malen eines Tages.