Gelesenes 2013

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Der fliegende Berg

Christoph Ransmayr
gelesen im Dezember 2013

Die Geschichten dieses Erzählers zu folgen, bedeutet beispielsweise am Gipfel des Everest die atlantische Brandung zu hören.

Der fliegende Berg ist die Geschichte zweier irischer Brüder, die aus ihrer Computerwelt in die Gebirge Osttibets aufbrechen, um dort nach dem vermeintlich letzten weißen Fleck der Weltkarte zu suchen. Dabei begegnen sie nicht nur dem archaischen Leben der Nomaden, sondern auf sehr unterschiedliche Weise auch dem Tod. Was sie schließlich finden, ist jenes Rätsel, das unsere Sterblichkeit zwar nicht abwenden, aber lindern kann: die Liebe.

Für eine extreme Welt findet Ransmayr eine so noch nicht gehörte Sprache, seinen Sprachgesang: eine Ausnahmeerscheinung in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur.
Ludger Lütkehaus in Die Zeit

>Der fliegende Berg< enthält Passagen von berauschender Schönheit und leuchtender Intensität
Volker Hage in Der Spiegel

 

 

Das Ungeheuer

Terézia Mora
gelesen im November 2013

Arbeit und Schlaf, Arbeit, Arbeitsweg und Schlaf. So sah das erfolgreiche Leben von Darius Kopp aus. Bis er eines Tages den Job verlor. Und bis sich bald darauf seine Frau das Leben nahm und ihm zum zweiten Mal in kürzester Zeit der Teppich unter den Füßen weggezogen wurde. Seitdem lebt er apathisch dahin, tötet die Zeit mit stumpfem Fernsehen und Fertigpizzen. Sein Freund Juri versucht Darius zwar wieder zurück in sein altes Leben als IT-Experte zurückzubefördern, doch dieser beschließt, eigene Wege zu gehen. Er wollte doch das geheime Tagebuch seiner Frau lesen, und er muss auch noch ihre Urne beisetze. Aber wo? In ihrem ungarischen Heimatdorf oder in Budapest oder an den Hängen des Ararat? Und so begibt sich Darius Kopp auf eine lange Reise – auf der Suche nach der Wahrheit über seine Frau. Über sich selbst. Und über diese dunkle, ungeheure Welt.

 

 

Vogelweide

Uwe Timm
gelesen im Oktober 2013

Uwe Timm erzählt die Geschichte von zwei Paaren, die glücklich miteinander waren, bis die Macht des Begehrens ihr Leben aus den Angeln hob. Es entsteht ein konturscharfes Bild unserer Gegenwart, in der die Partnerwahl immer auf dem Prüfstand steht. Ein präzises, vielschichtiges, komisches und kluges Buch über die geheimnisvollen Spielregeln des Lebens und die Kunst des Abschieds, das den Leser packt und wieder loslässt, auf dass er seinen eigenen Gefühlen und Wertvorstellungen nachspüren kann.

Der neue, wunderbar choreographierte und vielschichtige Roman Uwe Timms erzählt mit hoher Intensität und zugleich fast meditativer Ruhe, präzise, schön, komisch und klug von der Macht des Begehrens, von den geheimnisvollen Spielregeln des Lebens und von der Kunst des Abschieds.

 

 

Ein ganzes halbes Leben

Jojo Moyes
gelesen im September 2013

Louisa Clark weiß, dass nicht viele in ihrer Heimatstadt ihren etwas schrägen Modegeschmack teilen. Sie weiß, dass sie gerne in dem kleinen Café arbeitet und dass sie ihren Freund Patrick eigentlich liebt. Sie weiß nicht, dass sie schon bald ihren Job verlieren wird – und wie tief das Loch ist, in das sie dann fällt.
Will Traynor weiß, dass es nie wieder so sein wird, wie vor dem Unfall. Und er weiß, dass er dieses neue Leben nicht führen will. Er weiß nicht, dass er schon bald Lou begegnen wird.

Du liebe Güte, was für ein großartiges Buch! Mir fallen gar nicht genug Superlative ein. Es ist unfassbar bewegend und so mutig, über ein solch sensibles Thema zu schreiben. Eine großartige Protagonistin, glaubwürdig, echt, liebenswert, sympathisch. Und was für eine Liebesgeschichte. Mit so viel Wärme erzählt. Mein Buch des Jahres bisher.
Marian Keyes

Eine bittersüße Geschichte über Liebe, Lernen und Loslassen
Daily Mail

Lou und Will werden die Leser genauso ins Herz schließen wie Emma und Dex aus „Zwei an einem Tag“
The Independent

 

 

Fliehkräfte

Stephan Thome
gelesen im Mai 2013

Hartmut Hainbach ist Ende fünfzig und hat alles erreicht, was er sich gewünscht hat: Er ist Professor für Philosophie und hat seine Traumfrau geheiratet, die er nach zwanzig Jahre Ehe immer noch liebt. Dennoch ist Hartmut nicht glücklich. Seine Frau ist nach Berlin gezogen, sodass aus der Ehe eine Wochenendbeziehung geworden ist, die gemeinsame Tochter hält die Eltern auf Distanz, der Reformfuror an den Universitäten nimmt Hartmut die Lust an der Arbeit. Als ihm überraschend das Angebot zu einem Berufswechsel gemacht wird, will er endlich Klarheit: über das Verhältnis zu seiner Tochter, über seine Ehe, über sein Leben, von dem er dachte, dass die wichtigen Entscheidungen längst getroffen sind.

Drei Jahre nach seinem gefeierten Debut Grenzgang gerät in Stephan Thomes neuem Roman Fliehkräfte wieder einer ins Straucheln. Und mit atemberaubendem Gespür für die Niederlage, für das, was wirklich schmerzt, schickt Thome seinen Helden auf eine alles entscheidende Reise. Über Frankreich und Spanien führt sie ihn bis nach Lissabon und zugleich in die Vergangenheit, ganz nah heran an die Verwerfungen und Abgründe des gelebten Lebens.

Gefühle sind bewegliche Ziele. Man hat sie nicht, sie reisen bloß durch

Nach seinem gefeierten Debut Grenzgang der neue Roman von Stephan Thome, dem großen Meister seelischer Zwischentöne
Die Welt

 

 

Die hellen Tage

Zsuzsa Bànk
gelesen im Januar 2013

In einer süddeutschen Kleinstadt erlebt das Mädchen Seri helle Tage der Kindheit: Tage, die sie im Garten ihrer Freundin Aja verbringt, die aus einer ungarischen Artistenfamilie stammt und mit ihrer Mutter in einer Baracke am Stadtrand wohnt.
Doch die scheinbar heile Welt einer Kindheit in den 60ger Jahren des 20. Jahrhunderts hat einen unsichtbaren Sprung: Seris Vater starb kurz nach ihrer Geburt, Ajas Vater kommt nur einmal im Jahr zu Besuch, und der gemeinsame Freund Karl hat seinen jüngsten Bruder verloren, der an einem hellblauen Frühlingstag in ein fremdes Auto gestiegen und nie wiedergekommen ist. Es sind die Mütter, die Karl und die Mädchen durch die Strömungen der Kindheit lotsen und ihnen beibringen, keine Angst vor dem Leben zu haben und sich in seine Mitte zu begeben.

Ein Buch, dessen einziger Makel darin besteht, dass es irgendwann aufhört
Andreas Kilb, Frankfurter Allgemeine Zeitung

Nach ihrem hochglobten Debut „Der Schwimmer“ schreibt Zsuzsa Bánk die bewegende Geschichte dreier Kinder, die den Weg ins Leben finden. Schicksal oder Zufall – was bestimmt unseren Lebensweg? Was macht uns zu dem, was wir als Erwachsene sind?
Und wie sie das erzählt! Farbe, Einzelheit, Bild und das hinreißend komponierte Ineinanderfließen dieser Elemente.

Andreas Isenschmid. Die Zeit

Ein Fest des Widerstandes gegen die Zumutungen des Lebens.
Britta Heidemann. Westdeutsche Allgemeine Zeitung